Genogrammarbeit

Nutzen: Trader können mit Genogrammarbeit die Themen aufspüren, die Sie über ihr Trading „ausleben“ oder die sich in der Trading-Praxis zeigen. Bei einem Genogramm handelt es sich um eine Art Stammbaum, der darüber hinaus auch die Beziehungen zwischen Familienmitgliedern und wiederkehrende Konstellationen abbildet. So können Verhaltensmuster und beziehungsbestimmende psychologische Faktoren sichtbar gemacht werden.

Beispiel für ein einfaches Genogramm

 

Kreis = Frau, Quadrat = Mann, Pfeile = weitere Generationen

Beschreibung des Genogramms: Ein Mann, dessen Eltern jeweils die Zweitgeborenen sind. Große Symbole stehen für direkte Vorfahren, kleine für weitere Verwandte. Die Zahlen erleichtern die Zuordnung. Eins steht für das erstgeborene Kind, zwei für das zweite, …. Sie können die Familienmitglieder auch beschriften (Mutter, älterer Bruder der Mutter, Großvater und -mutter). 14 Familienmitglieder sind abgebildet. Die mütterliche Seite ist beschriftet, auf der väterlichen: der Vater ist das zweite Kind von drei Brüdern, die die Großmutter hat noch zwei ältere Brüder. Die Eltern der Großmutter sind auch gezeigt. Praktischer Tipp: Beginnen Sie bei sich und zeichnen Sie die horizontale Linie angemessen lang. Wenn Sie das nicht tun, haben Sie zu wenig Platz für die väterliche und mütterliche Seite.

Themenkomplexe, die eine größere Rolle spielen und sich in intensiven Gefühlen ausdrücken, als Krankheiten bemerkbar machen oder als Süchte zeigen:

1. Krieg und Vertreibung (im Krieg töten, im Krieg verletzt oder getötet werden, Flucht, Verlust von Heimat) zeigen sich z. B. in Themen wie Mobbing, ständigem Partner-, Orts- oder Arbeitsplatzwechsel.

2. Ereignisse, die Kinder betreffen (abgetrieben, Fehlgeburt, früh verstorben, adoptiert, angenommen)

3. Familiengeheimnisse: Bringen Sie so viel wie möglich über Ihre Familie in Erfahrung. Besonders die Fragen, die gern überhört werden oder bei denen Sie schon bei der Antwort spüren, dass Ihnen da ein ganz dicker Bär aufgebunden wird, sind von höchstem Interesse. 

Wie Sie ein Genogramm aufbauen

Beginnen Sie bei sich und zeichnen Sie einen Kreis, wenn Sie eine Frau sind, ein Quadrat, wenn Sie ein Mann. In der Mitte auf dem Kreis oder Quadrat setzen Sie vertikal mit ca. 1 bis 2 cm einem Strich an, den sie dann nach links und rechts (wie bei einer Weggabelung) weiterführen und an deren Ende sie die Striche wiederum um 1 bis 2 cm vertikal verlängern. Links zeichnen Sie ein Quadrat für Ihren Vater, rechts einen Kreis für Ihre Mutter. Wenn Sie oder Ihre Eltern Geschwister haben, zeichnen Sie kleinere Quadrate oder Kreise in der entsprechenden Reihenfolge daneben wie im Beispiel gezeigt. Gegebenenfalls nummerieren Sie die Geschwister. Mit den weiteren Generationen verfahren Sie genauso.

Das erstellte Genogramm (handschriftlich oder am Computer), sollten Sie mehrfach fotokopieren und anhand verschiedener Fragen / Aufgaben untersuchen.

Genogramm 1: Sie tragen alle Glaubenssätze, Gedanken und Meinungen über Geld, Geldanlage und Trading ein, wie Sie Ihre Familie wahrnehmen / wahrgenommen haben.

Genogramm 2: Sie tragen alle finanziellen Verluste (z. B. Kriegsereignisse: Flucht, Heimat verloren, Scheidung, Spekulation, Betrug …) ein.

Genogramm 3: Sie setzen sich mit den persönlichen Verlusten auseinander (z. B. Kriegsereignisse: getötet, verletzt, Elternteil, Kinder früh verstorben, Abtreibung, Fehlgeburt, tot durch Unfall, Scheidung, chronische Krankheit, Sucht …).

Genogramm 4: Sie schreiben zu jeder Person (auch zu sich selbst), das Gefühl, dass Sie bei der Person am intensivsten wahrnehmen. Darüber hinaus markieren Sie mit einem großen X die Person, mit der Sie sich besonders verbunden fühlen, unabhängig vom Gefühl, auch ob und wie Sie sich mit der Person verstehen und ob sie lebt oder bereits verstorben ist.

Beispiele für Gefühle

– Angst, Panik, Schock
– Wut, Ärger, Zorn
– Liebe, Freude, Erleichterung, Befriedigung
– Schuld
– Trauer, Sorgen
– Neid, Eifersucht

Das Erstellen eines Genogramms und die Arbeit damit, kann zu Veränderungen führen oder diese einleiten. Klarheit erlangen Sie z. B. durch Aufstellungsarbeit (z. B. www.familienaufstellung.de).

Literatur

Baer, U.; Frick-Baer, G.: Wie Traumata in die nächste Generation wirken. Semnos 2012
Bode, S.: Kriegsenkel: Die Erben der vergessenen Generation. Klett Cotta 2016
Bradshaw, J.: Familiengeheimnisse. Mosaik 1997