Myers Briggs

Nutzen: Lesen Sie weiter, um die Hintergründe des Myers Briggs-Test zu verstehen oder machen Sie direkt den Persönlichkeitstest (www.philognosie.net), um zu einer verlässlichen Selbsteinschätzung zu gelangen.

Der „Myers Briggs Typenindikator‟ (MBTI) wird in den Bereichen Coaching, Berufs- und Partnerberatung und vor allem im Personalwesen eingesetzt. Der Indikator wurde von den Amerikanerinnen Katharine Briggs und Isabel Myers auf der Grundlage der Theorie der psychologischen Typen des Schweizer Psychoanalytikers Carl Gustav Jung entwickelt.

Briggs und Myers gründeten das „Center for Applications of Psychological Type“, das Persönlichkeitseinschätzung kommerziell anbietet (www.capt.org, www.myersbriggs.org). Der erste MBTI wurde 1962 in den USA veröffentlicht, wo er bis heute der am weitesten verbreitete Persönlichkeitstest ist. Bekannt wurde der MBTI allerdings erst in den 1980er Jahren durch Veröffentlichungen des amerikanischen Psychologen David West Keirsey (www.keirsey.com).

MBTI-Testergebnisse werden in Form einer vierbuchstabigen Kombination dargestellt. Die Buchstaben sind auf die entsprechenden englischsprachigen Begriffe zurückzuführen: extraversion (E), introversion (I), intuition (N), sensing (S), thinking (T), feeling (F), perception (P) und judgement (J).

Grundsätzlich lassen sich die Bewusstseinsprozesse beschreibenden psychischen Funktionen (Wahrnehmung und Entscheidung) und Einstellungen (zur Umwelt und zum Leben) unterscheiden. Menschen können sich auf die Außenwelt ausrichten oder ihrer Innenwelt zuwenden. Sie können offene (Wahrnehmung) oder vorgefasste (Urteil) Einstellungen haben. Durch die Kombinationsmöglichkeiten dieser Funktions- und Einstellungsausprägungen erhält man 16 unterschiedliche Typen.

Wahrnehmungsfunktion (S – N)

Sie beschreibt die Informationsaufnahme (Auswahl der Information, Aufnahme, Ordnung der gesammelten Informationen), die entweder über die fünf Sinne oder intuitiv über den sogenannten sechsten Sinn erfolgt. Die Sinneswahrnehmung (S) erfolgt detailorientiert. Konkrete nachprüfbare Informationen spielen eine Rolle. Daneben ist eine Analyse von Daten möglich. Die intuitive Wahrnehmung (N) geht über konkret wahrnehmbare Tatsachen hinaus. Sie ist überblickorientiert. Informationen werden aus dem Bauch heraus bezogen oder gespürt.

Entscheidungsfunktion (T – F)

Diese Funktion beschreibt wie Entscheidungen getroffen werden. Die zwei Möglichkeiten sind: denken oder fühlen. Objektive Maßstäbe werden bei Entscheidungen durch Denken (T) angelegt. Da sind Logik, Rationalität und Konsequenz gefragt. Objektive Wertesysteme z. B. Gesetze spielen eine Rolle.

Wenn Gefühle (F) die Entscheidungsgrundlage bilden, sind persönliche Wertesysteme z. B. Moral bedeutsam. Die Entscheidungen sind dann abhängig von den beteiligten Personen und Situationen. Schätzungen zufolge sind zwei Drittel der Männer „Denker‟ und zwei Drittel der Frauen „Fühler‟.

Lebenseinstellung (J – P)

Der vierte Buchstabe beschreibt, wie sich Menschen im Leben verhalten und mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Wahrnehmer (P) sind offen für neue Eindrücke, überdenken Entscheidungen und Pläne bei neuen Informationen. Urteilende (J) entscheiden bereits, bevor ihnen alle Informationen vorliegen. Sie halten an einmal getroffenen Entscheidungen fest. Urteilende handeln systematisch und setzen Pläne diszipliniert um. Sie haben eine stärkere Neigung zum Dominieren und Kontrollieren.

Einstellung zur Umwelt (E – I)

Die Einstellung zur Umwelt und zu anderen ist davon geprägt, wie wir sie sehen und erleben. Bereits sehr früh lässt sich unterschiedliches Verhalten in Bezug auf die Umwelt feststellen. Das Interesse eines Kindes kann durch Greifen nach Dingen, untersuchen und Kontaktsuche auf die Außenwelt gerichtet sein (extravertiert, E). Möglich ist auch, dass es stärker mit sich selbst beschäftigt ist und vordergründig das innere Erleben bedeutsam ist (introvertiert, I).

Der MBTI-Test besteht aus 36 Fragen mit jeweils zwei Antwortmöglichkeiten. Das Testergebnis erhalten Sie in Form einer Buchstabenkombination, der dazu gehörigen Typbezeichnung und einem erläuternden Text (www.philognosie.net).

Der MBTI kann dazu beitragen, dass Sie Ihre Motivation und Wachstumsbereiche erkennen. Daneben können Sie lernen Ihr Verhalten und das Anderer zu verstehen.

Weitere Informationen und den Aufsatz „Introvertierte Männer fühlen die Details der Märkte“ finden Sie in „Du bist Trader!‟.